Hitzeschutz in Barmen
Hitzeschutz in Barmen: Verhaltensregeln, kühle Orte und der Wuppertaler Hitzeaktionsplan
Die Sommer werden heißer – auch in Wuppertal. Damit rückt der kommunale Hitzeaktionsplan immer stärker in den Alltag: Seit dem 17. Juli 2026 informiert das Gesundheitsamt der Stadt Wuppertal mit einer Plakatkampagne unter dem Motto „Sonne. Hitze. Schutz! – Kühl bleiben an heißen Tagen“ im gesamten Stadtgebiet über einfache Schutzmaßnahmen; die Plakate hängen noch bis zum 6. August 2026 . Grundlage der Kampagne sind Materialien des Landesamtes für Gesundheit und Arbeitsschutz Nordrhein-Westfalen, die die Stadt im Rahmen ihres Hitzeaktionsplans einsetzt.
Wir fassen hier die wichtigsten Verhaltensregeln zusammen, zeigen, wo es in Wuppertal – und ganz konkret in Barmen – kühle Orte und Trinkwasser gibt, und haben eine eigene Neuigkeit aus dem Büro BarmenUrban für Sie.
Der Hitzeaktionsplan Wuppertal
Der Hitzeaktionsplan wurde unter breiter Beteiligung verschiedener Akteur*innen der Stadtgesellschaft erarbeitet, unter anderem mit Pflegeheimen, Schulen, Kindertagesstätten und sozialen Treffpunkten, koordiniert durch das Ressort Klima und Nachhaltigkeit. Zentrale Bausteine sind die Aufklärung der Bevölkerung, die Vermeidung einer Überlastung des Gesundheitssystems, hitzeresiliente städtische Gebäude sowie eine bessere Aufenthaltsqualität in der Stadt. Alle Angebote – Verhaltensregeln, aktuelle Hitzewarnungen, Trinkwasser und kühle Orte – bündelt das städtische Hitzeportal.
Wer ist besonders gefährdet?
Hitze belastet nicht alle Menschen gleich. Als besonders gefährdet gelten laut Hitzeportal unter anderem ältere und pflegebedürftige Menschen, chronisch kranke Menschen, Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder, Menschen mit Behinderungen, Menschen mit Substanzabhängigkeiten, wohnungslose Menschen sowie Beschäftigte mit arbeitsplatzbedingten Hitzerisiken. Wer in seinem Umfeld ältere, alleinstehende oder kranke Menschen kennt, sollte an heißen Tagen aktiv nachfragen, ob Hilfe gebraucht wird.
Verhaltenstipps für heiße Tage
- Trinken: Regelmäßig über den Tag verteilt trinken, am besten Leitungs- oder Mineralwasser sowie ungesüßten Kräutertee – auch ohne Durstgefühl. Kaffee, stark gezuckerte und alkoholische Getränke sollten reduziert werden, da sie dem Körper Flüssigkeit entziehen.
- Kühle Räume: Nur frühmorgens und nachts lüften, tagsüber Fenster, Rollos und Vorhänge geschlossen halten.
- Aktivität verlagern: Körperliche Anstrengung, Einkäufe oder Sport möglichst in die kühleren Morgen- und Abendstunden legen und die Zeit zwischen etwa 11 und 18 Uhr meiden.
- Kleidung und Sonnenschutz: Leichte, luftige und helle Kleidung, Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Sonnencreme mit UV-Schutz.
- Auf andere achten: Nachbar*innen, Angehörige und Bekannte im Blick behalten – gerade ältere, alleinlebende Menschen äußern Beschwerden oft nur zurückhaltend.
- Nie im Auto zurücklassen: Kinder oder Haustiere niemals – auch nicht kurz – in geparkten Fahrzeugen lassen.
- Im Notfall: Bei Bewusstlosigkeit, Krämpfen oder starker Verwirrtheit sofort den Notruf 112 wählen; bis Hilfe eintrifft an einen schattigen Ort bringen, Kleidung öffnen und mit Wasser kühlen.
(Zusammengefasst nach Stadt Wuppertal, Hitzeportal, Verhaltensregeln bei Hitze, mit Materialien des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.)
Kühle Orte in Wuppertal
Das Hitzeportal empfiehlt vor allem drei Arten von Abkühlungsorten: die städtischen Bäder und Freibäder, Parks und Wälder als schattige Rückzugsorte sowie Promenaden an der Wupper, wo die Verdunstungskühlung des Flusses die Luft zusätzlich abkühlt (Stadt Wuppertal, Hitzeportal, Trinkwasserspender & kühle Orte).
Für die Wasserversorgung unterwegs gibt es seit 2023 zunehmend öffentliche Trinkwasserbrunnen, deren Standorte im DigiTal Zwilling der Stadt verzeichnet sind, sowie ehrenamtliche Refill-Stationen in Geschäften und Einrichtungen, die über die Karte von Morgen von atip:tap e.V. auffindbar sind.
Eine ehrenamtliche, nicht-städtische Ergänzung ist die interaktive Hitzekarte Wuppertal: Sie kombiniert die städtische Klimatopkartierung (K.PLAN 2019) mit offenen Geodaten zu Trinkbrunnen, Parks und Wasserflächen und bietet eine Standortsuche für den „nächsten kühlen Ort“ (hitzekarte-wuppertal.de, abgerufen im Juli 2026).
Barmen im Fokus
Auch im Innenstadtbereich Barmen gibt es einiges an Abkühlung – und einiges tut sich gerade:
- Barmer Anlagen: Der rund 100 Hektar große Landschaftsgarten südlich der Innenstadt ist die zweitgrößte private, öffentlich zugängliche Parkanlage Deutschlands und bietet mit dichtem Baumbestand, Teichen und Wegen viel Schatten (Wuppertaler Rundschau, 04.05.2022, Bericht).
- Nordpark: Der rund 33,5 Hektar große Stadtpark auf den Nordhöhen Barmens ist seit Oktober 2024 Mitglied im Europäischen Gartennetzwerk (Stadt Wuppertal, 15.10.2024, Bericht). Am 20. April 2026 wurde dort, zwischen Spielplatz, Wildgehege und Turmterrassen, ein neuer öffentlicher Trinkwasserbrunnen eingeweiht (WZ, 20.04.2026, Bericht).
- Nordbahntrasse in Oberbarmen: Am Zugang Breslauer Straße, in der Nähe des „Kreisels“, steht seit August 2024 ein weiterer öffentlicher Trinkwasserbrunnen für Radfahrende, Skater*innen und Spaziergänger*innen bereit (Stadt Wuppertal, 19.08.2024, Bericht).
- Werth: Die zentrale Fußgängerzone wird derzeit im Rahmen des ISEK Barmen zum „Kulturteppich Barmen“ umgebaut. Das neu verlegte, helle Natursteinpflaster reflektiert Sonnenlicht besser als der bisherige Betonstein und wirkt damit einer zusätzlichen Aufheizung der Innenstadt entgegen (BarmenUrban, Werth Steigerung). Für die neuen Baumstandorte ist mit 15 m² Wurzelraum deutlich mehr Platz zum Wachsen vorgesehen; ergänzend sind Dachbegrünung, begrünte WSW-Wartehäuschen und temporäres, mobiles Grün geplant. Ein eigener Trinkwasserbrunnen für den Werth ist ebenfalls vorgesehen. (WZ, 29.05.2026, Bericht).
Neu: BarmenUrban ind ISG Barmen-Werth e. V. werden Refill-Station
Auch wir möchten unseren Beitrag zur Trinkwasserversorgung an heißen Tagen leisten: Das Büro BarmenUrban und die in den gkeichen Räumen sitzende ISG Barmen-Werth e. V. werden Refill-Station. Wer in der Barmer Innenstadt unterwegs ist, kann bei uns künftig kostenlos und hygienisch seine Trinkflasche mit Leitungswasser auffüllen. Refill-Stationen werden durch einen Aufkleber an der Tür kenntlich gemacht und sind über die Karte von Morgen auffindbar. Auch andere Barmer Geschäfte und Einrichtungen machen bereits mit, weitere können mitmachen: Die Registrierung erfolgt über die Karte von Morgen, eine kurze Anleitung dazu bietet refill-deutschland.de; für den Refill-Sticker kann man sich zusätzlich beim Ressort Klima und Nachhaltigkeit der Stadt Wuppertal melden (Stadt Wuppertal, Hitzeportal, Trinkwasserspender & kühle Orte).
Weiterführende Links
- Stadt Wuppertal, Gesundheitsamt (16.07.2026): Plakataktion „Sonne. Hitze. Schutz!“
- Stadt Wuppertal, Ressort Klima und Nachhaltigkeit: Hitzeportal der Stadt Wuppertal
- Stadt Wuppertal: Verhaltensregeln bei Hitze / Hitzeknigge
- Stadt Wuppertal: Trinkwasserspender & kühle Orte
- Digital Zwilling Wuppertal: Trinkwasserbrunnenkarte
- Ehrenamtliches Projekt: Hitzekarte Wuppertal (nicht-städtisches Angebot)
- BarmenUrban: Werth Steigerung – Umbau der Fußgängerzone
Hinweis: DieGrafiken wurden dem Internet-Auftritt der Stadt Wuppertal entnommen. Alle in diesem Beitrag genannten Angaben zu Maßnahmen, Standorten und Terminen entsprechen dem Stand der jeweils verlinkten Quelle zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags (Juli 2026). Für aktuelle Hitzewarnungen und tagesaktuelle Informationen verweisen wir auf das Hitzeportal der Stadt Wuppertal.









